Donnerstag, 19. April 2018

Neues Leben


Ich sitze zum ersten Mal in diesem Jahr, mit meinem Frühstück auf der Terrasse. Es ist noch ziemlich frisch, aber wundervoll. Gottes Kreativität ist überall. Kein Blatt gleicht dem anderen, nicht einmal die Blätter derselben Pflanze. Unzählige Vogelstimmen erfüllen den Morgen. Die Formen der Bäume, Büsche und Sträucher sind eben so vielfältig wie die Farben der sich öffnenden Blumen. Auf dem Weg nach oben habe ich die beginnenden Blütendolden des Flieders gesehen, zartlila, sein Duft betört mich jedes Jahr aufs Neue. Ich staune über die Vielfalt.
Genauer betrachtet, erinnert mich unserer Terrasse allerdings sehr an diese Welt. Die Stühle stehen noch da wo sie am letzten warmen Herbsttag benutzt wurden, das Laub des Winters, hat der Wind während der kalten Monate in die Ecken getrieben auf dem Boden wächst dick Moos und Unkraut.
Kaputte Töpfe, leere Töpfe , und Töpfe mit vertrockneten Pflanzenresten stehen herum. Der kleine weiße Schrank, der uns jahrelang treu als Aufbewahrungsort für Tassen, Gartenhandschuhe, Streichhölzer und vieles andere gedient hat, lehnt zerfallen und der Seitenwand des Vordaches. Ein richtig trauriger Anblick. Auch der alte Sonnenschirm liegt achtlos im Weg, -vermutlich eine spontane Rettungsaktion bei einem der herbstlichen Stürme. Alles in allem, ein ziemliches Chaos.
Dennoch ist es die Schönheit die mir zuerst ins Auge springt. Das zarte grün an den braunen Zweigen, das dunkel lila farbene Leuchten der Traubenhyazinthen, die feuerroten Blätter des Zwergahorn, die hervorbrechenden Spitzen der Lilien und der blaue Himmel. Jedes Jahr erwacht das Leben der Natur aufs Neue. Ein Wunder. Für mich. Und ein -weiterer- Hinweis auf meinen geliebten Schöpfer.
Mögest du heute frische Luft schnuppern, mit offenen Augen herumschauen und mögest du auch für die scheinbar toten Dinge in deinem Leben ermutigt sein. Gott liebt es, Neues zu schaffen.


Andreea = )

Donnerstag, 12. April 2018

Wenn ich noch zwei Tage zu leben hätte...

Wenn ich noch zwei Tage zu leben hätte, was würde ich tun? Es ist mir durchaus bewusst, dass das eine Frage ist, die wir eigentlich nur dann authentisch beantworten können, wenn wir tatsächlich in dieser Situation sind. Dennoch wage ich es mir darüber Gedanken zu machen. Vielleicht ist es einfacher die Frage zu beantworten: was ich nicht tun würde.
Ich würde nicht nach Nizza fahren, obwohl das Meer zu sehen, auf meiner Liste von Lieblingsdingen ganz oben steht, und auch nicht nach Pompeji, ein offener Traum in meinem Herzen.
Ich würde keine gefährlichen Abenteuer bestehen wollen und mich auch nicht – wenigstens einmal im Leben – betrinken.
Ich würde wahrscheinlich zu Aldi fahren, mein Lieblingsessen besorgen, und ich würde die Menschen die ich liebe bekochen. Und dann würden wir einfach zusammensein, denn das ist es, was mein Leben lebenswert macht. Heute schon.
Warum ich darüber nachdenke?
Weil ich sehe wie oft wir Menschen enttäuscht und verletzt werden, wenn wir unsere Herzen für einander öffnen. Ich habe mich gefragt, warum unser Schöpfer, der uns so klug durchdacht hat, nicht auf dieses potenziell gefährliche Element verzichtet hat.
„Weil es das kostbarste ist“, flüsterte Er mir zu. Echte Liebe ist die stärkste Kraft, aber sie ist niemals gratis. Verliebtsein schon, das motiviert uns für das echte. Aber die Liebe ist ein teures Geschenk. Immer. Echte Liebe hat einen hohen Preis.
Der Vater  im Himmel war bereit ihn zu bezahlen, und durch den Schmerz hindurch zu gehen. Weil ich ihm vertraue, will ich das selbe tun. Also erlaube ich meinem Herzen zu lieben, verletzlich zu sein, immer wieder.
Meine Angst vor Schmerz und Enttäuschung ist real – zu Recht – aber wer liebt, der lebt.
Wenn ich also noch zwei Tage zu leben hätte, würde ich sie mit den Menschen verbringen, die ich liebe. Euch.
Da fällt mir ein, EINEN Punkt auf meiner Liste würde ich dann doch wirklich gerne noch tun:
...mit Domi in der Straße zu singen. ; )

Andreea = )

„I will not try to avoid pain, if the reason for it is love, because I am afraid to feel pain, but much more than that, I am afraid to not feel love.“ Me 

Sonntag, 18. März 2018

Heute

Heute wachte ich auf und wusste, es ist kein gewöhnlicher Tag. Für mich. Für uns als Familie. Auch wenn ich heute viele Dinge so tue so wie an jedem anderen Tag.
Heute wird vieles so sein wie erwartet, und einiges wird ganz anders sein. Eigentlich wie jeden Tag.
Heute ist ein Tag der Begegnungen, ein Tag des Wiedersehens. Heute ist Sonntag, für uns ein Tag an dem wir in den Gottesdienst gehen.
Heute ist aber dennoch ein normaler Tag.
Heute ist ein Tag der Sorgen und für manche ein Tag des Schmerzes. Gleichzeitig ist es ein Tag der Freude und ein Tag des Feierns.
Heute ist ein Tag der Ruhe oder ein Tag der Arbeit.
Heute ist ein Tag an dem ich lernen darf zu danken, zu hören, zu schweigen, zu umarmen, Geduld zu haben, zu vergeben, zu lieben, zu dienen, und – in meinem Fall besonders – loszulassen, weiterziehen zu lassen.  Heute, ist -für uns- ein Tag des Abschieds. Aber heute ist auch ein Tag des Vertrauens und des Friedens, denn wir wissen, dass unser Vater im Himmel mit jedem von uns weitergeht.
Heute ist einzigartig. Was mache ich aus diesem Tag?
Wie möchtest du ihn verbringen?

In dem alten Buch des Predigers  steht in Kapitel 3:1-8
1 Für alles gibt es eine [bestimmte] Stunde. Und für jedes Vorhaben unter dem Himmel [gibt es] eine Zeit: 2 Zeit fürs Gebären und Zeit fürs Sterben, Zeit fürs Pflanzen und Zeit fürs Ausreißen des Gepflanzten, 3 Zeit fürs Töten und Zeit fürs Heilen, Zeit fürs Abbrechen und Zeit fürs Bauen, 4 Zeit fürs Weinen und Zeit fürs Lachen, Zeit fürs Klagen und Zeit fürs Tanzen, 5 Zeit fürs Steinewerfen und Zeit fürs Steinesammeln, Zeit fürs Umarmen und Zeit fürs sich Fernhalten vom Umarmen, 6 Zeit fürs Suchen und Zeit fürs Verlieren, Zeit fürs Aufbewahren und Zeit fürs Wegwerfen, 7 Zeit fürs Zerreißen und Zeit fürs Zusammennähen, Zeit fürs Schweigen und Zeit fürs Reden, 8 Zeit fürs Lieben und Zeit fürs Hassen, Zeit für Krieg und Zeit für Frieden.

Mögen wir das HEUTE dieses Tages leben, ganz bewusst und mit dem Vertrauen, dass Gott der Vater mit uns ist. Viel Kraft Dir...und mir.

Andreea = )

Donnerstag, 15. März 2018

Tagebuch Nummer 121

So. Auch dieses ist mal wieder voll. Jedes Tagebuch das ich fülle, mit Worten und Erinnerungen, ist meine Geschichte mit Gott und den Menschen mit denen er mich beschenkt.
Ob irgend jemand diese Zeilen je lesen wird, wenn ich nicht mehr bin, das weiß ich nicht, - und es kümmert mich auch nicht - aber ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass das, was Gott mich gelehrt hat über ihn , und mich, und das Leben, und die Liebe, und die Hoffnung,  in den Menschen weiterlebt die Teil meines Lebens sind. All diese Bücher sind Geschichten davon, wie Gott mit mir unterwegs ist. Vieles ist subjektiv, und doch so wunderbar ,typisch‘ für Gottes Wege mit uns Menschen.

Ich werde also ein neues beginnen. Es ist ein ganz besonderes Buch, denn es ist gefüllt mit kleinen Überraschungen.
Die meisten Seiten sind leer, aber auf einigen warten liebevolle Worte  meiner Freunde darauf mein Herz zu erfrischen  und mich zu beschenken, ganz so wie in meinem Leben. An ganz normalen Tagen, erwarten mich die Fürsorge und Freundlichkeit meines Gottes- häufig durch euch 🙂
Ich darf mich darauf freuen UND mich davon überraschen lassen.

Ja, meine Tagebücher sind eigentlich  Zeugnis von Gottes Wegen mit mir, an jedem Tag, seit so vielen, vielen Jahren. Da sind Momente größter Freude; aber ich habe auch die schmerzvollen Tage nicht ausgelassen. Manch eine Seite ist kunstvoll geschmückt, auf einer anderen sind die Worte kaum lesbar, weil unzählige Tränen die Tinte verwischt haben. Keine Seite ist wie die vorige und auch kein Tag ist wie der andere. Durch alles aber zieht sich ein roter Faden: Mein Vater im Himmel ist an meiner Seite, und er ist FÜR mich.
Mögest auch du die Treue Gottes erleben, heute, und sie bewahren für die schweren Tage.
Andreea =)

Übrigens freue ich mich immer über Kommentare ;)

Ich möchte heute enden mit den Versen 1-5 aus Psalm 103, aber aus meiner geliebten Passion Translation.
1 With my whole heart, with my whole life,
and with my innermost being,
I bow in wonder and love before you, the holy God!
2 Yahweh, you are my soul’s celebration.
How could I ever forget the miracles of kindness
you’ve done for me?
3 You kissed my heart with forgiveness, in spite of all I’ve done.
You’ve healed me inside and out from every disease.
4 You’ve rescued me from hell and saved my life.
You’ve crowned me with love and mercy.
5 You satisfy my every desire with good things.
You’ve supercharged my life so that I soar again
like a flying eagle in the sky!

Sonntag, 11. März 2018

Ich wusste nicht worauf ich mich einlassen würde...

Ich wusste nicht worauf ich mich einlassen würde als der Anruf kam und ich ja sagte. Ich wusste es nicht als ich in die Klinik fuhr um dich kennenzulernen. Ich wusste nicht wie sehr du mein Herz berühren würdest als ich dich zum ersten mal hielt und deinen Namen sagte.
Ich wusste nicht wie sehr du mein Leben bereichern würdest als ich dich mit zu uns nach Hause nahm, und mich fortan um dich kümmerte.
Ich wusste nicht wieviel Freude du in meinen Alltag bringen würdest, einfach nur weil du bist. Ich wusste nicht welche Liebesstürme du in mir entfachen würdest, allein dich zu betrachten wärmt mein Herz. Ich wusste nicht, dass ich mir eine Welt ohne dich nie mehr würde vorstellen können. Ich wusste nicht wie zärtlich ich dich lieben würde. Ich wusste nicht, worauf ich mich einlassen würde, als ich dir mein Herz und mein Leben öffnete, du bist einer der wundervollsten Menschen die mir je begegnet sind. Ich bin so voller Dankbarkeit und so froh, dass es dich gibt, mein Prinzchen.
Mama

Mittwoch, 21. Februar 2018

Bus 36 nach Kleinhüningen

„Das ist meiner! Hier ist auch eine Haltestelle? Schnell, über die Straße, das schaffe ich noch.“
Glücklich sitze ich im Bus.
Basel, mit dem öffentlichen Nahverkehr, ist für mich fast wie ein Urlaubsabenteuer, da ich mit dem Fahrrad oder mit dem Auto immer nur die bekannten Wege nutze. Ich mache es mir bequem und packe mein iPad aus. Zeit, ein bisschen zu lesen. Ab und zu, geht mein Blick aus dem Fenster. Die Straßen und Viertel die an mir vorbeiziehen, sind mir völlig unbekannt. Ich wundere mich ein bisschen und mustere die Anzeigetafel, die praktischerweise im Bus angebracht ist: Ziel Kleinhüningen.
Seufzend, entspanne ich mich und bin sofort wieder in meinen Roman vertieft. Irgendwann, steht die Frau neben mir auf, lächelt mich kurz an und zieht dann ihren Koffer Richtung Ausstieg. Bei der nächsten Haltestelle verlässt sie den Bus und ich schaue wieder auf. Mittlerweile dämmert es und ich sehe, dass wir an einem Fluss gehalten haben, den ich nicht kenne. Meine Augen gehen zurück zur Anzeigetafel. Alles stimmt, trotzdem bin ich verunsichert. Der Hinweg war deutlich kürzer. Der ältere Mann, der sich neben mich gesetzt hat, riecht muffig. Sein graues, fettiges Haar, schaut wirr unter der karierten Wollmütze hervor, die er, trotz der Wärme im Bus, tief ins Gesicht gezogen hat. Sein dicker Schal verbirgt den Rest des Gesichts fast völlig. Er murmelt etwas vor sich hin und seine Hände sind rastlos. Ich mag ihn nicht ansprechen. Also versuche ich mich abzulenken und nehme meine Lektüre wieder auf. Diesmal gelingt es mir nicht so gut,- an der Geschichte liegt es nicht. Ich zücke mein Handy und öffne Google Maps. Ich liebe Google Maps, weil mich diese App schon auf vielen Reisen hilfreich begleitet hat. Der blaue Punkt zeigt mir auch diesmal zuverlässig wo ich bin.
Ich grinse. Der Fluss neben mir ist die Birs. Ich fahre ganz offensichtlich einen riesigen Umweg, also packe ich mein Buch weg und betrachte die fremde Gegend. Der Platz neben mir wechselt noch ein paar mal den Besitzer bevor die Haltestellen auf der Anzeigetafel vertraute Namen haben. Ich beobachte die Menschen um mich herum und mein Blick fällt auf eine kleine Familie. Das jüngste Kind, vielleicht zwei Jahre, sitzt auf dem Schoß der Mutter, die gleichzeitig die beiden anderen Sprösslinge, ihre Einkäufe und ihr Handy fest im Blick hat. Etwas an dem Kind rührt mich an. Das Mädchen ist völlig ruhig. Sie vertraut der Mutter. So, will ich auch sein. Zuversichtlich und angstfrei, an der Hand meines Vaters im Himmel, auch dann, wenn der Bus meines Lebens eine andere Richtung nimmt, als von mir geplant.
Meine unfreiwillige Sightseeingtour hat mir 45 Minuten Zeit geschenkt, und eine kostbare Erfahrung dazu.

Mögest auch du, zur Ruhe kommen, heute, ganz gleich wohin du unterwegs bist, wissend, dass dein Vater im Himmel dir nah ist.

Andreea = ) 

Sonntag, 28. Januar 2018

Why does Gods command us

Why would God command us, if HE loved us?
I do not question the fact of His love for us at all, but I do wonder sometimes, how commanding and -my view of - love match up. May I propose, that a loving God simply knows what we really need, but we often don’t...
Let’s pick just two demands of God.
..Be thankful in all things”
Does God not know how challenging our lives are? I reckon HE does, but HE also knows the power of a thankful heart. It is trusting God more, than we can understand. Trusting the ONE  who is for us, releases joy and hope even in the midst of trouble. Exactly what we need.
We have all heard about being grateful, but what about his command to be hospitable?
Doesn’t HE know, how busy our lives are? Doesn’t HE, see our circumstances, our finances?
We often don’t feel ready to host someone else, unless we have come to a place of rest ourselves. Doesn’t HE know, we do not have enough room?
I reckon HE does. And this is exactly why HE calles us out, to open our  homes and hearts.
Every single time, we choose to do that, we end up blessed, enriched, encouraged, alive.
 May we trust God‘s commands to be a secret indicator to what we truly need.
Be blessed
Andrea